Lateinamerika-Fokus

Dynamische Handelsbeziehungen zwischen China und Lateinamerika

Trotz des geographischen Sammelbegriffs für die Ansammlung unabhängiger Staaten ist Lateinamerika keinerlei homogene Einheit. Dagegen sollten wir die durch ein interkulturelles Gemisch von präkolumbischen, kolonialen und modernen Einflüssen sowie reiches Kulturerbe und ethnische Diversität gekennzeichnete Region schätzen lernen. In der Tat liegt der Grund, weshalb Lateinamerika für China besonders interessant ist, genau in dieser einzigartigen Vielfältigkeit, dem weiten geographischen Raum, den reichen Naturschätzen und dem großen Entwicklungspotential. Seit den letzten anderthalb Jahrzehnten kommen die dynamischen Handelsbeziehungen zwischen China und Lateinamerika richtig in Schwung.

Das Weißbuch Chinas über die langfristige Zusammenarbeit mit Lateinamerika

Im Interesse Chinas steht keine kurzfristige Geschäftsbeziehung, sondern eine Begegnung auf Augenhöhe und eine langfristig angelegte Kooperation. 2008 verabschiedete die chinesische Regierung ihr allererstes „Grundsatzpapier der Beziehungen Chinas zu Lateinamerika und der Karibik“ als Blaupause für eine langfristige wirtschaftliche und strategische Partnerschaft, die auf den „Fünf Prinzipien friedlicher Koexistenz“ basiert. Das Weißbuch umfasst vierzehn Kooperationsbereiche auf politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Ebene sowie auch Sicherheits- und Justizangelegenheiten. Der letzte Staatsbesuch des Präsidenten der Volksrepublik China, Xi Jinping, im November 2016 in Lateinamerika—sein bisher dritter seit 2013—ist eindeutiger Beweis für Chinas Engagement bei der kontinuierlichen Intensivierung der bilateralen Beziehungen. China ist Unterzeichner einer Reihe von neuen Handelsabkommen, darunter des Abkommens über die Verdopplung bilateralen Handels auf 500 Milliarden USD innerhalb von 10 Jahren und über die Steigerung der bilateralen Gesamtinvestitionsbestände von 85-100 Milliarden USD auf etwa 250 Milliarden USD. Es liegt auf der Hand, dass China beharrlich Kurs auf eine engere Zusammenarbeit mit Lateinamerika nimmt.

„Ausbruch“ des Handels zwischen China und Lateinamerika

Häufig werden Wörter wie „ausbrechen“ und „explodieren“ zur Bezeichnung der dramatischen Veränderungen im Handel zwischen China und Lateinamerika seit der Jahrtausendwende verwendet—und das zu Recht. Mit dem atemberaubenden Anstieg um 2.000% im Handel seit dem Jahr 2000, dank bilateraler Freihandelsabkommen mit Chile (seit 2006), Costa Rica (seit 2011) und Peru (seit 2011), wurde China auf den zweiten bzw. dritten Platz als größter Handelspartner der meisten Länder in der Region katapultiert. Laut dem IWF exportierten Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Mexiko und Peru—die wirtschaftlich größten Länder in Lateinamerika—Waren im Wert von fast 90 Milliarden USD nach China und importierten fast 160 Milliarden USD. Die Hauptexportprodukte, die drei Viertel der Exporte nach China betragen, sind Eisenerz, Kupfer, Öl und Soja. Zwischen 2000 und 2013 stiegen die Exporte aus Lateinamerika nach China rasant, und zwar um das Fünfundzwanzigfache auf den Wert von 100 Milliarden USD.

Die Verankerung des Yuan als internationale Währung, besonders nach seiner Aufnahme in den exklusiven IWF-Währungskorb der Sonderziehungsrechte (SZR), wird die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen China und Lateinamerika zusätzlich weiter stärken. Seit der globalen Wirtschaftskrise 2008 gewinnt der Yuan in Lateinamerika zunehmend an Bedeutung. Insbesondere mit Argentinien, Brasilien und Chile bestehen bereits bilaterale Währungsswap-Vereinbarungen in Höhe von mehr als 250 Milliarden RMB. Andere benachbarte Länder könnten in naher Zukunft dem Beispiel folgen.

Neue Chancen in einer neuen Ära

Im Gefolge des sich dem Ende zuneigenden Rohstoffbooms leitete China eine neue Ära der Handelsbeziehungen mit Lateinamerika ein, die im Einklang mit seinem neuen, auf Innovation und Inlandskonsum beruhendem Wachstumsmodell steht. Dieser Wandel findet auch in Lateinamerika seinen Niederschlag: im Anstieg der Ausgaben für F&E und Infrastruktur. Von 2005 bis 2014 wurden 70% des wirtschaftlichen Engagements Chinas mit der Region in Form von Krediten in Infrastruktur und Energie getätigt. Im September 2016 beteiligte sich die State Grid Corporation of China mit 23,6% im Wert von 1,8 Milliarden USD am größten brasilianischen Elektroversorgungsunternehmen. Chinesische staatliche Unternehmen sind zu den größten öffentlichen Gläubigern der lateinamerikanischen Regierungen geworden. Dabei erreichte Chinas finanzielle Unterstützung an die Region einen Anstieg von 3,8 Milliarden 2012 auf 12,9 Milliarden 2013 und auf 22,1 Milliarden 2014, welche die durch die Weltbank und die Interamerikanische Entwicklungsbank insgesamt bereitgestellte Finanzierung übertraf.

CWs einzigartiges Latin Department mit spanisch- und portugiesischsprachigen Sachverständigen

Angesichts der expandierenden Handelsbeziehungen Lateinamerikas und Spaniens mit China kommen wir durch unser Latin Department (eine lateinamerikanische und spanische Beratungseinheit) den individuellen Bedürfnissen spanisch- und portugiesischsprachiger Klienten nach.

Wir bieten branchenführende, zeitgemäße, lösungsorientierte Beratungsdienstleistungen an, welche auf die spezifischen Anforderungen von Klienten aus lateinamerikanischen und hispanischen Ländern zugeschnitten sind und aus einer Hand erbracht werden.

CWs umfangreiches weltweites Netzwerk

Wir verfügen über ein etabliertes, umfangreiches Netzwerk aus Mitgliedern in der lateinamerikanischen und spanischen Gemeinde in Hongkong sowie China, darunter Konsulaten, Handelsförderungsagenturen, Handelskammern, Banken und Anwaltskanzleien. Außerdem sind wir aktives Mitglied der Spanischen Handelskammer in Hongkong und China, der China-Italien-Handelskammer und der Mexikanischen Handelskammer in Hongkong.

Derzeit betreut unser Latin Department über 200 aktive Mandanten aus Lateinamerika, Spanien und Italien. CW wird kontinuierlich sein lateinamerikanisches und spanisches Netzwerk erweitern und die Vorreiterrolle als führender Beratungspartner für lateinamerikanische und spanische Klienten einnehmen.

Klicken Sie hier, um zur Webseite unseres Latin Departments (auf Spanisch und Portugiesisch) zu gelangen

Ansprechpartner: